Eine Reise nach Prag ist nicht nur eine Reise nach Osteuropa, sondern auch eine Reise in die Vergangenheit. Als Sinnbild dafür steht die Prager Burg, deren Bau im Mittelalter begonnen wurde und der jede neue Generation ein Gebäude oder einen Kunstschatz hinzugefügt hat.
Anziehungspunkte sind vor allem der St. Veits Dom, eine gotisch anmutende Kathedrale, die jedoch erst im 20. Jahrhundert fertiggestellt wurde, und das Goldene Gässchen mit seinen winzig anmutenden mittelalterlichen Fachwerkhäusern, von denen eines einst den Dichter Franz Kafka beherbergte. Unterhalb der Prager Burg liegen die Stadtteile Kleinseite und Hradschin. Enge Gassen schlängeln sich hier vorbei an barocken Palais, die häufig zu besichtigen sind, und zierlichen Schenken, Cafes oder Antiquariaten.
Wer den Aufstieg noch nicht müde ist, geht weiter zum Kloster Strahov mit seiner berühmten Bibliothek, deren prachtvolle Barocksäle eine Besichtigung wert sind. Wieder am Fuß der Burg angekommen führt die Karlsbrücke hinüber in die Altstadt. An beiden Seiten entlang bewachen die 30 Skulpturen aus fast drei Jahrhunderten die Fußgänger, die sich mit dem Hl. Johannes von Nepomuk ablichten lassen oder sich etwas wünschen, während sie die Figur berühren. Von der Karlsbrücke aus führt ein Geflecht an Straßen und Gassen zum Altstädter Ring mit dem Rathaus und der Astronomischen Uhr und zum Wenzelsplatz mit seinen vielen Geschäften.
Obwohl alle Sehenswürdigkeiten in der Goldenen Stadt unmittelbar mit der Metro oder der Straßenbahn zu erreichen sind, lohnt sich der Weg zu Fuß. Beim Bummel durch die prächtigen oder pittoresken Straßen zu beiden Seiten der Moldau könnte fast jede Häuserfassade für ein Erinnerungsfoto herhalten und oft verbergen sich dahinter Galerien, kleinere Museen oder Läden mit originellen Souvenirs für Schnäppchenjäger.
Der Altstädter Ring in Prag mit Blick auf die Teynkirche.
Foto: Anja Wahl, www.pixelio.de
